Wie virtuell können reale Verluste sein? Ich werde eine Szene bei einem Barcamp in Köln nicht vergessen. Zwei Teilnehmer sitzen zwischen Sessions mit ihren Notebooks wortlos nebeneinander (Bildschirm an Bildschirm), tippen auf ihren Tastaturen und quälen das Touchpad. Das ganze dauert so ungefähr 15 Minuten. Auf einmal nimmt der eine sein Portemonnaie aus der Hose, öffnet es, nimmt Geld hinaus und gibt es wortlos dem anderen. Ok, das hat mich neugierig gemacht, darauf angesprochen zeigten sie mir, dass sie sich gerade in Second Life bewegen und dort ein Geschäft abgewickelt haben. Und der direkte Bargeldtransfer sei der einfachere Weg. Nicht alle die sich in Second Life bewegen sitzen aber zufällig nebeneinander, und so braucht man andere Möglichkeiten des Geldtransfers.
In einer virtuellen Welt kann man Geld ausgeben und auch verdienen. Und um Geldgeschäfte zu ermöglichen, muss natürlich auch eine virtuelle Bank existieren.
Bei einer solchen Bank muss nicht immer alles glatt gehen…
” Seit mehreren Monaten habe ich Lindendollars, die gängige Währung in Second Life (in reale Dollars eintauschbar und damit durchaus mit realen Wert), auf der XYZ Bank eingezahlt. Betrieben wird diese durch “XYZ4711″. Seit zwei Monaten war keine Auszahlung des Guthabens mehr möglich, darum habe ich den Besitzer mehrmals im SL eigenen Chat angeschrieben, aber nie eine Antwort erhalten. Es war aber weiterhin eine Einzahlung möglich.
Gestern wurde von dem Besitzer der Bank bekannt gegeben, dass jemand seine Seite (nicht SL) gehackt hätte und alle Daten der Kontobesitzer verloren seien. Darum hat er das Geld einer Wohltätigen Organisation gespendet.”
Da sieht man, warum reale Banken zurecht eine Menge gut ausgebildeter IT-Experten haben. Wäre mal interessant zu sehen, ob es in Second Life in Zukunft vielleicht sogar einen Einlagensicherungsfonds geben wird (oder schon gibt?).