Sag mal einer in Deutschland würden die Grenzen zu weit ausgelegt. Ich versuche mit meinen persönlichen Daten mit den in meiner Macht stehenden Mitteln sinnvoll umzugehen. Ein Urlaub in Österreich brachte mich aber innerhalb eines Tages dreimal datenschutztechnisch zum Nachdenken.
Morgens in irgendeinem Skigebiet, in einem Sportgeschäft einer großen Kette.
Ich will Ski leihen. Kein besonderer Wunsch eigentlich. Ich werde freundlich darauf hingewiesen, dass ich doch zuerst an den PC Terminals meine Daten eingeben muss und dann mit dem ausgedruckten Etikett erneut vorsprechen soll. Ok, das stellt mich nicht vor ein Problem, aber was man alles von mir wissen wollte nur um ein Paar Ski auszuleihen war schon enorm. Kurzum, alles, was es an personen- (-und figur) gebundenen Daten so gibt. Ich denke nicht dass diese Daten nur lokal gespeichert und für den Bonausdruck genutzt wurden. Es gab natürlich das obligatorische Häkchen mit dem “Ich erkläre mich damit einverstanden damit, dass meine Daten…” Ok, dachte ich, jetzt bekommst du dann die Ski. Weit gefehlt. An der Kasse musste ich erst mal meinen Personalausweis abgeben, der wurde wie eine EC Karte an der Kasse durchgezogen. Das habe ich in Deutschland auch noch nicht so in der Form erlebt. Auf die Frage wozu man das denn benötigt kam nur die Antwort: “Zur Sicherheit!” Aha, ok…
Naja, abends gehe ich dann in einem Supermarkt einer grossen bekannten Kette Österreichs mit der gelben Einkaufstüte. Ich kaufe ein, gehe zur Kasse und zahle bargeldlos. Bancomat wie das so schön in Österreich heisst. Ich stecke meine EC-Karte in das Lesegerät. Bevor ich irgendwie zu einer Zahlung komme, erscheint im Display: “Stammkundenabfrage durchgeführt”
Da das anscheinend negativ verläuft fragt mich die Dame an der Kasse ob ich Stammkunde werden möchte und schwärmt von den Vorteilen. Nein, möchte ich nicht. Mehr Daten braucht Österreich von mir nicht.